Wohnt man zur Miete in einer älteren Wohnung, die schon lange nicht mehr saniert und modernisiert wurde, kann es vorkommen, dass der Vermieter während Ihres Mietverhältnisses eine umfassende Sanierung anmeldet. Da Sanierungsarbeiten i.d.R. nicht an einem Tag vollzogen werden können, ist die Frage, wo Sie als Mieter während der Sanierung bleiben.

Eine Ersatzwohnung, auch bekannt als Umsetzwohnung, kann eine Möglichkeit für Sie als Mieter sein, sollten die Sanierungs- bzw. Modernisierungsarbeiten über einen langen Zeitraum stattfinden und zu unzumutbaren Wohnverhältnissen führen.

Ersatzwohnung bei Sanierung

Ersatzwohnung bei Sanierung – Kein gesetzlicher Anspruch

Grundsätzlich haben Sie als Mieter keinen Anspruch auf eine Ersatzwohnung bei der Sanierung der Mietswohnung. Dennoch kann in einzelnen Fällen, insbesondere bei einer besonders langen Unbewohnbarkeit der Mietswohnungen, eine Ersatzwohnung beansprucht werden. Einige Vermieter bieten Ersatzwohnungen bei Modernisierungsarbeiten freiwillig an. In dem Fall, dass dem Mieter eine Ersatzwohnung gestellt wird, muss der Vermieter für die Umzugskosten des Mieters aufkommen, wie der BGH entschied. Das gilt allerdings nur, wenn das Mietverhältnis weiterhin besteht. Kündigt der Mieter die Wohnung, da ihm beispielsweise die Sanierungsarbeiten zu lange dauern und der Umzug in eine Ersatzwohnung zu aufwendig ist, so muss der Vermieter nicht für Umzugskosten aufkommen.

In welchen Fällen kann der Vermieter eine Ersatzwohnung stellen?

Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten sind die häufigsten Gründe für eine Ersatzwohnung. Darüber hinaus kann eine Ersatzwohnung beispielsweise bei Schimmelbefall oder langwierigem Ausfall der Heizung in den Wintermonaten angeboten werden.

Insgesamt muss in für jeden Fall einzeln entschieden und mit dem Mieter abgesprochen werden, ob eine Ersatzwohnung gestellt wird und welche Alternativlösungen es gibt.